Wechselblicke

Die Welt wurde über Jahrhunderte hinweg aus der »westlichen« und vor allem auch aus der »weißen« Perspektive gedeutet; Europa hat die Welt nach seinem Verständnis geformt und seine vermeintlichen Gewissheiten zu universell gültigen Wahrheiten erklärt. WECHSELBLICKE spiegelt und deutet auf kritische Weise die Asymmetrie in afrikanisch-europäischen Beziehungsgeflechten. In biografisch geführten Gesprächen mit dem Gegenüber werden Positionen und Perspektiven ergründet, welche kreative Potenziale für utopische Vorstellungen in Erinnerungsräumen freilegen.

Postkoloniales Erinnern heißt, die unerzählten Geschichten, die von der Mehrheitsgesellschaft erfolgreich marginalisierten Geschichten, die Geschichte des Widerstands gegen Kolonialismus und Unterdrückung, als Teil der nationalen Geschichte anzuerkennen und in einem europäischen Zusammenhang zu sehen“. (Dr. Ibou Diop)

Walk and Talk! Beim Flanieren – in Frankfurt und Berlin – entstanden die meisten der hier veröffentlichten Texte, ergänzt um persönliche Eindrücke von Veranstaltungen und das Lesen und Deuten von literarischen und künstlerischen Werken der Gesprächspartner*innen.  

Aida Roumer und Djoko bei medico international

Widerstand – Drei Generationen antikolonialer Protest

Die Comicpräsentation „Widerstand – Drei Generationen antikolonialer Protest in Kamerun“, wurde jetzt auch in Frankfurt vorgestellt: im Rahmen des diesjährigen Africa Alive Festivals. Die Comic-Erzählungen rücken ein bislang wenig bekanntes Kapitel des kamerunischen Widerstands gegen koloniale Herrschaft in den Fokus kolonialer Erinnerungskultur.
Muepu Muamba

Afrika trägt viele Masken – ein Portrait des Dichters Muepu Muamba

Die Pflicht zur Einmischung”, der Titel eines Buches des kongolesischen Dichters Muepu Muamba, geht auf ein gleichnamiges Gedicht zurück, in dem er eine Utopie des menschlichen Zusammenlebens entwirft. Diese wird sich jedoch erst dann in Realität verwandeln, wenn Einmischung zur Pflicht erhoben wird. Cornelia Wilß stellt Leben und Werk des Dichters vor, der seit Ende der 1980er-Jahre in Frankfurt lebt.
Der neue gute Deutsche

Der neue gute Deutsche

Filmgespräch beim Internationalen Filmwochenende in Würzburg. Im Bild von links nach rechts: Florian Hoffmann (Mitorganisator des Festivals), Peter Heller (Filmautor und Regisseur) und Jean-Pierre Félix-Èyoum (Protagonist). Mehr zum Film:
Mahret Ifeoma Kupka. Foto: Thabo Thindi

Talking Objects – ein Universum des Wissens – Im Gespräch mit der Kuratorin Mahret Ifeoma Kupka

Kreativ, performativ, diskursiv – Talking Objects ist ein transnationales Experimentierfeld mit Objekten und Vorstellungswelten, das Raumwelten in Kenia, Senegal und Deutschland in Verbindung bringt. Ausgehend von Objekten aus den Sammlungen europäischer und afrikanischer Museen wird ein vielstimmiges Universum des Wissens aufgefächert.
Fiston Mwanza Mujila. Foto: Alexander Paul Englert

Schlüsselorte – Streifzüge durch die literarische Anthologie von Fiston Mwanza Mujila

14 Kurzgeschichten afrikanischer und afrodiasporischer Autor:innen spiegeln Aspekte urbaner Lebenswirklichkeiten über transkontinentale Grenzen hinweg

Der neue gute Deutsche

Der in Bayern lebende Lehrer Jean Pierre Félix-Éyoum wurde in Duala, einer Großstadt in Kamerun geboren. Er ist ein Urgroßneffe des Widerstandskämpfers Rudolf Duala Manga Bell, der gegen Unrecht unter der deutschen Kolonialherrschaft kämpfte und von der Kolonialverwaltung 1914 in Kamerun hingerichtet wurde.
Tsitsi Dangarembga | Foto: C. Wilss

Im Bauch des Wales

„Ich kann kein Buch schreiben, das nicht die Menschen in Simbabwe anspricht und den Prozess der Reflexion unterstützt, den wir in Simbabwe und auf dem Kontinent brauchen. Das ist also in Ordnung für mich. Gleichzeitig wird unsere Welt immer vernetzter, und die Leser, die Branche ist außerhalb Simbabwes, also muss es sie ansprechen. Ich befinde mich also wirklich in einer Situation, in der ich für ein globales Publikum schreibe.“
Jürgen Schadeberg imTownship

„Das Wichtigste in der Photographie ist das Auge, man sieht ein Foto“

Jürgen Schadeberg wurde 1931 im Berliner Westen in der Gegend von Halensee geboren. Im Alter sprach er, wenn man die Gelegenheit hatte, ihn zu treffen, von seiner Geburtsstadt Berlin. Berlin, betonte er, habe er nie vergessen. 29. August 2020 in La Drova. Ein Nachruf
AGI

Verkaufte Götter

Der Film Verkaufte Götter –Der neue Markt der Masken (2019) greift hinein in Debatte um Raubkunst und Rückgabe von Artefakten aus deutschen Museen. Der differenziert argumentierende Film führt zu Schauplätzen, dorthin wo alte afrikanische Kunst zum Leben erwacht, in ländliche Regionen Afrikas, wo geheimnisvolle kunstvoll geschnitzte Masken im Tanz lebendig werden, erzählt von Sammelwahn und Raubzügen, von Kult- und Spekulationsobjekten, von Auktionen, Markt und Marketing und dem Streit um die Rückgabe afrikanischer Kunst in Europas Hauptstädten.

Weltwortreisender

Seinen literarischen Durchbruch erzielte er mit seinem Debütroman „Tram 83". Das Werk wurde in mehrere Sprachen übersetzt, vielfach ausgezeichnet und brachte ihm große internationale Anerkennung ein. Zu den wichtigsten Ehrungen zählen der Grand Prix du Premier Roman der Société des Gens des Lettres sowie der Internationale Literaturpreis des Hauses der Weltkulturen; zudem wurde der Roman für den Man Booker International Prize nominiert.
Ibou Coulibaly Diop | © Foto: Yero Adugna Eticha

»Ich liebe Widersprüchlichkeiten«

Der gebürtige Senegalese Dr. Ibou Coulibaly Diop promovierte in Potsdam über Michel Houellebecq und beschäftigt sich mit dem ästhetischen, literarischen und philosophischen Wert der Globalisierung. Das Gespräch über die Universalität afrikanischer Literaturen, das Wurzelgeflecht von Identitäten, das Denken in Widersprüchen und was Decolonize Berlin bedeutet wurde 2021 geführt.

Das Sichtbarwerden der Schwarzen Zivilisationen

Boniface Mongo-Mboussa
Boniface Mongo-Mboussa

Afrika begehren

Ein mit Gespräch Boniface Mongo-Mboussa geführt von Muepu Muamba und Cornelia Wilß anlässlich der Litprom-Literaturtage Weltwandeln in französischer Sprache 2017 in Frankfurt am Main.
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„Hör auf zu schießen!“ – Im Gespräch mit Hobskur

Der kamerunische Hip Hop-Künstler Hobskur rappt gegen Polizeigewalt. Immer ist sein Engagement aber auch eine Hommage an die Jugend und eine Hommage an die Kultur seines Landes: Kamerun!