Wechselblicke

Die Welt wurde über Jahrhunderte hinweg aus der »westlichen« und vor allem auch aus der »weißen« Perspektive gedeutet; Europa hat die Welt nach seinem Verständnis geformt und seine vermeintlichen Gewissheiten zu universell gültigen Wahrheiten erklärt. WECHSELBLICKE spiegelt und deutet auf kritische Weise die Asymmetrie in afrikanisch-europäischen Beziehungsgeflechten. In biografisch geführten Gesprächen mit dem Gegenüber werden Positionen und Perspektiven ergründet, welche kreative Potenziale für utopische Vorstellungen in Erinnerungsräumen freilegen.

Postkoloniales Erinnern heißt, die unerzählten Geschichten, die von der Mehrheitsgesellschaft erfolgreich marginalisierten Geschichten, die Geschichte des Widerstands gegen Kolonialismus und Unterdrückung, als Teil der nationalen Geschichte anzuerkennen und in einem europäischen Zusammenhang zu sehen“. (Dr. Ibou Diop)

Walk and Talk! Beim Flanieren – in Frankfurt und Berlin – entstanden die meisten der hier veröffentlichten Texte, ergänzt um persönliche Eindrücke von Veranstaltungen und das Lesen und Deuten von literarischen und künstlerischen Werken der Gesprächspartner*innen.  

Tsitsi Dangarembga | Foto: C. Wilss

Im Bauch des Wales

„Ich kann kein Buch schreiben, das nicht die Menschen in Simbabwe anspricht und den Prozess der Reflexion unterstützt, den wir in Simbabwe und auf dem Kontinent brauchen. Das ist also in Ordnung für mich. Gleichzeitig wird unsere Welt immer vernetzter, und die Leser, die Branche ist außerhalb Simbabwes, also muss es sie ansprechen. Ich befinde mich also wirklich in einer Situation, in der ich für ein globales Publikum schreibe.“
Ibou Coulibaly Diop | © Foto: Yero Adugna Eticha

»Ich liebe Widersprüchlichkeiten«

Der gebürtige Senegalese Dr. Ibou Coulibaly Diop promovierte in Potsdam über Michel Houellebecq und beschäftigt sich mit dem ästhetischen, literarischen und philosophischen Wert der Globalisierung. Das Gespräch über die Universalität afrikanischer Literaturen, das Wurzelgeflecht von Identitäten, das Denken in Widersprüchen und was Decolonize Berlin bedeutet wurde 2021 geführt.
Boniface Mongo-Mboussa
Boniface Mongo-Mboussa

Afrika begehren

Ein mit Gespräch Boniface Mongo-Mboussa geführt von Muepu Muamba und Cornelia Wilß anlässlich der Litprom-Literaturtage Weltwandeln in französischer Sprache 2017 in Frankfurt am Main.