Wechselblicke

Die Welt wurde über Jahrhunderte hinweg aus der »westlichen« und vor allem auch aus der »weißen« Perspektive gedeutet; Europa hat die Welt nach seinem Verständnis geformt und seine vermeintlichen Gewissheiten zu universell gültigen Wahrheiten erklärt. WECHSELBLICKE spiegelt und deutet auf kritische Weise die Asymmetrie in afrikanisch-europäischen Beziehungsgeflechten. In biografisch geführten Gesprächen mit dem Gegenüber werden Positionen und Perspektiven ergründet, welche kreative Potenziale für utopische Vorstellungen in Erinnerungsräumen freilegen.

Postkoloniales Erinnern heißt, die unerzählten Geschichten, die von der Mehrheitsgesellschaft erfolgreich marginalisierten Geschichten, die Geschichte des Widerstands gegen Kolonialismus und Unterdrückung, als Teil der nationalen Geschichte anzuerkennen und in einem europäischen Zusammenhang zu sehen“. (Dr. Ibou Diop)

Walk and Talk! Beim Flanieren – in Frankfurt und Berlin – entstanden die meisten der hier veröffentlichten Texte, ergänzt um persönliche Eindrücke von Veranstaltungen und das Lesen und Deuten von literarischen und künstlerischen Werken der Gesprächspartner*innen.  

Muepu Muamba

Afrika trägt viele Masken – ein Portrait des Dichters Muepu Muamba

Die Pflicht zur Einmischung”, der Titel eines Buches des kongolesischen Dichters Muepu Muamba, geht auf ein gleichnamiges Gedicht zurück, in dem er eine Utopie des menschlichen Zusammenlebens entwirft. Diese wird sich jedoch erst dann in Realität verwandeln, wenn Einmischung zur Pflicht erhoben wird. Cornelia Wilß stellt Leben und Werk des Dichters vor, der seit Ende der 1980er-Jahre in Frankfurt lebt.
Tsitsi Dangarembga | Foto: C. Wilss

Im Bauch des Wales

„Ich kann kein Buch schreiben, das nicht die Menschen in Simbabwe anspricht und den Prozess der Reflexion unterstützt, den wir in Simbabwe und auf dem Kontinent brauchen. Das ist also in Ordnung für mich. Gleichzeitig wird unsere Welt immer vernetzter, und die Leser, die Branche ist außerhalb Simbabwes, also muss es sie ansprechen. Ich befinde mich also wirklich in einer Situation, in der ich für ein globales Publikum schreibe.“
Ibou Coulibaly Diop | © Foto: Yero Adugna Eticha

»Ich liebe Widersprüchlichkeiten«

Der gebürtige Senegalese Dr. Ibou Coulibaly Diop promovierte in Potsdam über Michel Houellebecq und beschäftigt sich mit dem ästhetischen, literarischen und philosophischen Wert der Globalisierung. Das Gespräch über die Universalität afrikanischer Literaturen, das Wurzelgeflecht von Identitäten, das Denken in Widersprüchen und was Decolonize Berlin bedeutet wurde 2021 geführt.
Boniface Mongo-Mboussa
Boniface Mongo-Mboussa

Afrika begehren

Ein mit Gespräch Boniface Mongo-Mboussa geführt von Muepu Muamba und Cornelia Wilß anlässlich der Litprom-Literaturtage Weltwandeln in französischer Sprache 2017 in Frankfurt am Main.
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„Hör auf zu schießen!“ – Im Gespräch mit Hobskur

Der kamerunische Hip Hop-Künstler Hobskur rappt gegen Polizeigewalt. Immer ist sein Engagement aber auch eine Hommage an die Jugend und eine Hommage an die Kultur seines Landes: Kamerun!
Mahret Ifeoma Kupka. Foto: Thabo Thindi

Talking Objects – ein Universum des Wissens – Im Gespräch mit der Kuratorin Mahret Ifeoma Kupka

Kreativ, performativ, diskursiv – Talking Objects ist ein transnationales Experimentierfeld mit Objekten und Vorstellungswelten, das Raumwelten in Kenia, Senegal und Deutschland in Verbindung bringt. Ausgehend von Objekten aus den Sammlungen europäischer und afrikanischer Museen wird ein vielstimmiges Universum des Wissens aufgefächert.
Fiston Mwanza Mujila. Foto: Alexander Paul Englert

Schlüsselorte – Streifzüge durch die literarische Anthologie von Fiston Mwanza Mujila

14 Kurzgeschichten afrikanischer und afrodiasporischer Autor:innen spiegeln Aspekte urbaner Lebenswirklichkeiten über transkontinentale Grenzen hinweg