Endlose Tage am Point Zero

Die Kurzgeschichten der Sammlung "Endlose Tage am Point Zero" entstammen zwei Erzählbänden, die Stella Gaitano 2004 und 2015 auf Arabisch veröffentlichte, d. h. in den Jahren vor und nach der Unabhängigkeit des Südsudans vom Sudan 2011. In deutscher Sprache liegen Sie bei Edition Orient vor.

Stella Gaitano

Geschichten erzählen ist ein Menschenrecht
In Sudan kämpfen Armee und Miliz landesweit um die Macht. Der Krieg hat die Demokratisierungsbemühungen zerstört und eine Hungersnot sowie massive Fluchtbewegungen ausgelöst. Zahlreiche Verbrechen gegen die Menschlichkeit bleiben in Deutschland weitgehend unbeachtet. Umso wichtiger sind Stimmen wie die der preisgekrönten sudanesischen Autorin und Menschenrechtsverteidigerin Stella Gaitano. In dem Band Endlose Tage am Point Zero erzählt sie von (süd)sudanesischen Lebenswirklichkeiten: Gewalt, Flucht, Trennung und Sehnsucht prägen die Kurzgeschichten – poetisch, schnörkellos und von leiser Hoffnung getragen.

Die Autorin lebt seit 2022 in der nordrhein-westfälischen Stadt Kamen im Exil.

Stella Gaitano las im Rahmen des diesjährigen Africa Alive Festivals in der Buchhandlung Weltenleser aus ihrem Erzählband, der bei Edition Orient erschien, auf Arabisch; der literarische Übersetzer Günther Orth hat die Texte auf Deutsch vortragen und das anschließende Gespräch moderiert.

Stella Gaitano ist eine preisgekrönte Schriftstellerin und politische Aktivistin.
Geboren und aufgewachsen ist sie in Khartum/Sudan, wo sie auch ein Pharmaziestudium absolvierte sowie anschließend Englisch und Arabisch studierte. Zu schreiben begann sie schon in ihrer Studienzeit, ebenso wurde sie bald in den Sudanesischen Schriftstellerverband aufgenommen.
Als der Südsudan 2011 ein eigener Staat wurde, fand sie sich unvermittelt als Ausländerin in ihrer Heimat wieder. Denn als Kind von Eltern aus dem Süden Sudans galt sie nun als Südsudanesin und musste den Sudan im folgenden Jahr verlassen. Sie ließ sich in Juba, der Hauptstadt des Südsudans, nieder.
Kurz darauf, im Jahr 2015, kehrte sie als Flüchtling nach Khartum zurück, nachdem sie die südsudanesische Regierung wegen Misswirtschaft, Korruption und deren Rolle im südsudanesischen Bürgerkrieg kritisiert hatte.
Im Jahr 2022 erhielt sie ein Stipendium des PEN International Writers-in-Exile-Programms und zog nach Deutschland, wo sie seitdem lebt. (Vorstellung der Autorin bei Edition Orient)